Glacier National Park – Salmon Arm (278 km)

Die heutige Fahrstrecke wäre ca. 60 km kürzer gewesen, warum erklärt sich später …

Nachdem wir schon am frühen Morgen putzmunter waren, stehen wir zeitig auf, es ist bitterkalt, max. 3 – 4 °Grad. Deshalb sind wir auch sehr schnell mit Frühstück, Katzenwäsche im Wohnmobil und Campingroutine durch und starten um 7.00 Uhr.

Kurze Zeit später erreichen wir den „Giant Cedars Boardwalk“ im Mount Revelstoke National Park. Dieser führt 500 m durch dämmerigen Regenwald. Allein unter den Hunderte von Jahren alten riesigen Bäumen fühlen wir uns wie in einer Kathedrale. Die riesigen Rotzedern, die dem Trail seinen Namen geben, sind das Zuhause für viele Tierarten, u.a. Fledermäuse, Vögel, kleine Säugetiere und sogar Schwarzbären, die sich unter den Stämmen Höhlen graben und dort ihren Winterschlaf halten.
Aus den interessant gestalteten Schildern, die längs des Boardwalks aufgestellt sind, erfahren wir viel Wissenswertes über Fauna und Flora, so z.B. auch, dass die Bäume zum Teil nach ihrem Tode noch bis zu 125 Jahre stehen bleiben.

Der zweite Höhepunkt folgt kurze Zeit später:
Wir biegen auf den „Meadows-in-the-Sky-Parkway“ ab. Diese Straße ist 8 bis 9 Monate im Jahr verschneit und nur von Juli bis September bis zum Gipfel befahrbar. In weiten Kurven steigt die Straße durch drei Vegetationszonen und um ca. 1300 Höhenmeter an. Oben angekommen lassen wir das Wohnmobil auf dem Parkplatz, steigen den letzten Kilometer bis zum Gipfel und laufen dort 2 Stunden lang verschiedene Kurztrails.

Vom Historic Fire Lookout haben wir eine großartige Aussicht über das Columbia River Valley und zu den Monashee Mountains.
Der „Meadows-in-the-Sky-Trail“ führt – wie es sein Name verspricht – über alpine Wiesen, die jetzt im August von vielen Blumen bedeckt sind, ein wunderbarer Anblick. Tröstet mich auch etwas über den Umstand hinweg, dass beide Kamera-Akkus – wie abgesprochen – gleichzeitig den Geist aufgeben.

Wir können uns nur schwer von der fantastischen Aussicht, der Stille und dieser wunderbaren Landschaft losreißen, aber der Park füllt sich mit immer mehr Menschen und wir müssen heute noch einiges an Strecke schaffen, um zu unserem nächsten Wunsch-Campingplatz – Herald Provincial Park (schöne Anlage mit Strand am nördlichen Salmon Arm, bereits in 2004 besucht und für eine Wiederholungstat eingeplant) – zu gelangen.
Auch diesen können wir – weil in einem Provincial Park gelegen – nicht reservieren.
Wir vertrauen auf unser Glück, das uns diesmal schnöde im Stich lässt: Der Campingplatz ist voll belegt und wir machen uns notgedrungen auf den Rückweg zum Trans Canada Highway. Und dabei hatte ich schon vom Baden und ein bis zwei faulen Stunden am Strand geträumt …

Der Alternativplatz lässt sich telefonisch reservieren und diesmal haben wir Glück: es ist gerade ein Stellplatz frei geworden.
Wir genießen – auch ohne Strand – das schön angelegte Salmon Arm Camping Resort und den Luxus einer Full Hook-up-Site (Strom, Wasser- und Abwasserleitung) und verbringen den Spätnachmittag und Abend mit draußen essen, spielen und lesen, so wie es sich für echte Camper gehört …
Heute hat Olaf mir beim Kniffeln das Fell gehörig über die Ohren gezogen!
Ich freu mich besonders über den Stromanschluss, denn jetzt kann ich die treulosen Drecksviecher von Akkus wieder aufladen.

P.S. Temperatur um 18.00 Uhr: 32°Grad – so kann es bleiben.

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