Jasper - Wilcox Creek Campground (121 km)

Heute morgen verlässt Olaf das Wohnmobil für kleine Königstiger und ist in Nullkommanix zurück… So schnell war er noch nie. 🙂

Tatsächlich holt er die Kamera und fotografiert eine kleine Herde Wapitis, die seelenruhig und entspannt äsend unseren Bereich des Campgrounds durchqueren…

Gegen 10.00 Uhr sind wir auf dem Icefields Parkway, der über die gesamte Länge der Nationalparks Jasper und Banff bis Lake Louise (230 km) verläuft.

Diese zu Recht als schönste Gebirgsstrecke Kanadas gilt. An der Straße rechts und links von den höchsten Gipfel der Rocky Mountains gesäumt, alle locker über 3000 Meter, häufig über 3500 Meter hoch.

Der erste Stopp gilt den Athabasca Falls. Nur 23 Meter hoch sind sie dennoch sehr sehenswert.

Auf der Weiterfahrt lassen die tief hängenden Wolken die dahinter verborgenen hohen Gipfel nur erahnen. Mal schauen, ob die aus dem fahrenden Wohnmobil heraus geschossenen Fotos etwas geworden sind. Dann steuern wir unseren nächsten Campground an. Der Wilcox Creek Campground liegt noch im Jasper Nationalpark und lässt sich wie alle Nationalpark Campingplätze nicht reservieren. Außerdem hat er nur 46 Stellplätze und soll in der Hochsaison schnell belegt sein. Grund genug, dass eine von uns schon wieder auf dem Beifahrersitz herumzappelt. 🙂 

Olaf behält mit seiner Gelassenheit mal wieder recht. Natürlich kriegen wir noch eine Site auf dem ganz einfachen, aber mit toller Lage punktenden und sage und schreibe 2040 m hoch liegendem Platz!
Wir machen unsere self-registration, soll heißen, wir beschriften einen an der Besucher-Tafel vorhandenen Briefumschlag mit den dort abgefragten Daten, packen die Gebühr für eine Nacht hinein und werfen den Umschlag in die ebenfalls dort befindliche money-box. Dann präparieren wir unsere Site Nummer fünf noch mit dem Schnippel und unserer weithin leuchtenden Tischdecke.
Dann machen wir uns auf zum Icefield Center und ich hoffe, dass die Anwesenheitszeichen auf unserer Site von anderen Touristen respektiert werden und wir nicht bei Rückkehr erst andere Camper verhauen müssen, damit die dann die Site räumen. 🙂
Das Icefield Centre, dem wir aufgrund der Ausstellung zur Geschichte und Geologie der Region einen Besuch abstatten wollen, ist eine herbe Enttäuschung. Die Ausstellung ist bis Sommer 2014 geschlossen. Dafür tummeln sich gefühlt hunderte von Touristen in den beiden Restaurants, den Waschräumen und dem Bereich, in dem man die Tickets für die Ice-Truck-Fahrten auf den Gletscher bekommt (soviel zum Naturschutz!).
Also zurück zum Campingplatz. Unsere Site ist natürlich so wie wir sie verlassen haben und gegen 14.00 Uhr machen wir uns an die heutige Wanderung. Der Wilcox Pass Trail diente Ende des neunzehnten Jahrhundert noch der Umgebung des Athabasca Gletschers und wird heute gerne als Wanderweg genutzt. Er führt bis auf die Passhöhe (2375 Meter) und bietet schon während des Aufstiegs tolle Ausblicke auf den Athabasca und Dom Gletscher. Wir schaffen die Passhöhe nicht ganz, was auch an dem letzten von unten sehr steil aussehenden Anstieg liegt.Während das Heraufsteigen zwar sehr anstrengend, aber dennoch zu schaffen ist, gerät man beim Absteigen schnell in Angstschweiß. So weit über der Baumgrenze finden sich auf dem Pfad nicht einmal Baumwurzeln, die den freien Fall stoppen könnten.
Wir genießen unsere Wanderung nichtsdestotrotz bis zum Umkehrpunkt und machen viele Fotos.

Der Tag schließt mit Kartoffelsalat und Würstchen. Ich lerne dabei, dass Plastikflaschen (zum Beispiel mit Senf) in großer Höhe nur vorsichtig geöffnet werden dürfen, sonst gibt es ein Malheur. 🙂
Außerdem wird gekniffelt, gelesen, Reisebericht geschrieben und einfach nur der Abend vertrödelt… Total schön!

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