Tag 4 - Vom Johnston Canyon im Banff-Nationalpark nach Sicamous, Campingplatz “Family Tree Riverside” (330 km)

Ich bin gegen 5.00 Uhr aufgewacht und habe bei bitterer Kälte den Weg zum Waschhaus ziemlich zügig erledigt. Kaum zu glauben, dass gestern Abend noch T-Shirt- und Shorts-Temperaturen geherrscht haben. Jetzt scheinen die Temperaturen so um die 0° Celsius zu liegen. 🙁  Im Wohnmobil ist es ebenfalls kalt, so geht’s schnell wieder ins Bett.

Nach Frühstück und Duschen verlassen wir den Campingplatz in Richtung Westen. Wir fahren auf dem Trans-Canada-Highway, der Verkehrshauptschlagader im Westen. Das sieht man auch überall. Immer wieder heißt es “Road under construction” oder Schilder verkünden, dass bestimmte Teilstücke des Trans-Canada-Highway demnächst vierspurig ausgebaut werden. Auf der Strecke sehen wir, parallel zum Trans-Canada-Highway, einen Güterzug, wie üblich mit unendlich vielen Waggons, auf denen die Container doppelstöckig durch die Gegend fahren. Außerdem ziemlich viele abenteuerlustige und verrückte Fahrradfahrer, die sich weder vom Schienenverkehr, noch von den Baustellen, noch vom teilweise sehr schlechten Wetter irritieren lassen.

Wir hatten morgens beschlossen, zunächst nach Westen und dann gegebenenfalls nach Süden ins Okanagan Valley zu fahren, damit ich ein bisschen Wärme tanken kann. Meine Erkältung wird nicht besser, eher das Gegenteil ist der Fall. Ich habe noch ein paar Tüten Aspirin Complex und hoffe, dass diese nun endlich mal wirken. Ansonsten müssen wir einen Drugstore suchen, um dort hoffentlich ein Medikament zu finden, dass der miesen Erkältung endlich den Garaus macht!

Beim Frühstück hatte Olaf vergeblich versucht, einen Platz auf einem Campingplatz zu reservieren. In Revelstoke versucht er es noch mal und hat Glück. Shirley an der Rezeption (erweist sich später als für alles zuständig) notiert sich seinen Namen. Sie hat zunächst eine “unserved site” für uns. Egal, Hauptsache einen Stellplatz für die Nacht gefunden.

In Kanada ist wildes Campen verboten, eine Nacht auf einem Parkplatz  wird eventuell gerade so eben akzeptiert, wenn man auf verständnisvolle Ordnungshüter trifft. Das Wohnmobil in einer Wohngegend oder auf einem Supermarktparkplatz abstellen, ist strikt untersagt.

Dieses Wochenende ist ein Holiday Wochenende für die Kanadier (Montag ist ein Feiertag),  das macht die Suche nach einem Campingplatz, der nicht voll ist, nicht einfacher. Nach Ankunft erweist sich die “unserved site” dann doch als eine “full hookup site”. Soll heißen mit Stromanschluss, Wasserver- und Abwasserentsorgung. 🙂 Wir buchen erst einmal für eine Nacht und morgen sehen wir weiter. Shirley düst mit ihrem Golfwagen kreuz und quer über den nicht so großen Campingplatz und hat alles im Griff und für jeden einen kleinen Schnack parat.

Nachdem Olaf den bei Canadian Tire erstandenen Gasgrill zusammengebaut und die Gaskartusche angebracht hat, könnte es eigentlich losgehen. Aber mein weltbester Griller hätte gern noch Alufolie, damit der Grill hinterher nicht aussieht wie Hulle. Die hilfsbereite Shirley kann auch damit dienen und dann gibt es lecker Steak! Dies wird eindeutig kein Nudel- und Tomatensoße-Urlaub!

Wir gehen wieder früh zu Bett, mich plagen immer noch die Erkältung und jetzt zusätzlich Bauchkrämpfe und etwas, das ich hier jetzt nicht ausführlich erläutern will.

Der Urlaub kann nur besser werden. 🙂

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